[Interview] EDENBRIDGE - Lanvall
Die österreichischen Symphonic Metaller EDENBRIDGE veröffentlichten kürzlich ihr neues Werk "Solitaire", welches prompt mit einem Chart-Einstieg punkten konnte. Wir befragten Chef Lanvall zu dem neuen Album.
Interview by Sonata
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| Solitaire [2010] |
Vor kurzem habt ihr euer neues Album „Solitaire“ veröffentlicht. Wie zufrieden seid ihr selbst mit dem Ergebnis, auch in Relation zum sehr starken Vorgänger?
Wir sind super zufrieden mit dem Resultat, da wir auf „MyEarthDream“ noch mal einen draufsetzen konnten, was wahrlich nicht so einfach war. Das funktioniert aber meistens dann ganz gut, wenn man nicht versucht die Vorgängerplatte zu kopieren.
Gibt es grundsätzlich Veränderungen in Gegensatz zu „My earth dream“?
Die Songs sind insgesamt vielleicht etwas melancholischer und atmosphärischer, aber auf jeden Fall abwechslungsreicher als auf dem MyEarthDream Album. Bei einer Bandbreite von thrashigen Riffs bis zu Ambient Soundscapes haben wir, so denke ich, wieder neues Terrain erklommen, ohne unsere Trademarks zu verlassen. Die Hauptziele während der Arbeiten, waren die, keine zu haben, haha. Ich ging vollkommen relaxed an das Songwriting heran und ließ der Inspiration freien Lauf. Generell möchte ich sowieso, dass sich keines unserer Alben zu sehr gleicht. Ich denke, dass uns das bisher sehr gut gelungen ist, da immer wieder frische neue Ideen verarbeitet werden. Ich denke, dass es dieses Mal weniger Orchesterparts gibt, diese aber dafür noch viel prägnanter wirken und deshalb den anderen Instrumenten mehr Raum lassen. Gleich blieb allerdings das tiefe Tuning der 7-Saiter Gitarren.
Mir ist bei „Solitaire“ eines besonders positiv aufgefallen. Ihr legt meiner Meinung nach besonders viel Wert auf innovative und geniale Mittelparts in den Songs. Ist es euch wichtig, dass auch die instrumentalen Parts einen elementaren Bestandteil in den Songs darstellen?
Natürlich ist uns auch das sehr wichtig. Unsere Songs sind meistens extrem kompakt gehalten und da ist es umso wichtiger auch die Instrumentalparts so zu gestalten. Speziell mit den Gitarrensoli bin ich sehr zufrieden auf der neuen CD.
Wie wichtig ist es euch eigentlich, dass Orchesterparts einen großen Bestandteil der Songs einnehmen?
Der Anteil an klassischer Musik in unseren Songs ist ja seit Beginn schon sehr hoch gewesen. Insgesamt haben wir die Orchesterparts aber im Vergleich zum Vorgänger wieder etwas zurückgefahren. Wenn das Orchester aber spielt, dann ist es noch besser integriert. Wichtig ist einfach, dass man allen Instrumenten genügend Raum gibt. Würde das Orchester immer spielen, dann wirkt es irgendwann nicht mehr.
Wie läuft bei euch der Prozess vom Songwriting bis zum fertigen Album ab?
Ich sammle über einen längeren Zeitraum hinweg Ideen, das sind Gesangsmelodien mit Akkorden, Gitarrenriffs usw. Ab einem gewissen Punkt beginne ich dann die Arrangements am Computer zu erstellen. Das beginnt mit Drumprogramming, Bass usw. bis das Arrangement fertig ist. Dann bekommt jeder eine CD mit den Songs und schafft sich seine Parts drauf um perfekt für die eigentlichen Recordings vorbereitet zu sein. Natürlich hat dann jeder noch die Möglichkeit seine Interpretationen mit rein zu bringen. Gerade Max hat am Schlagzeug natürlich Patterns drauf, die man nie im Leben programmieren könnte und das ist auch gut so. Und bei Sabine weiß ich schon von vorhinein wie die Songs klingen werden, da ich ihre Stimme natürlich immer im Hinterkopf habe beim Komponieren. Das schöne ist dabei, dass ich niemals Kompromisse eingehen muß, da ihr Range so groß ist, dass ich problemlos in allen Tonarten komponieren kann.
Habt ihr schon Pläne für eine Tour?
Momentan ist für Europa leider nichts geplant. Im November sind erst mal 3 Shows in Indonesien geplant, wo wir gerade auf Promotiontour waren.
Mit „Solitaire“ ist es euch nun gelungen, euch auch in deutschen Charts zu platzieren. Habt ihr damit gerechnet und wie habt ihr das aufgefasst?
Nun, wir haben uns natürlich extrem gefreut, da es unser erster Chartentry überhaupt ist. Spekuliert haben wir schon etwas damit, auch in Bezug auf den „Higher“ Videoclip, aber als es dann passiert ist war es natürlich umso besser.
Zum Song „Higher“ habt ihr ein sehr schönes Video gedreht, wird eventuell noch eins folgen mit irgendeinem anderen Song vom neuen Album?
Ja, es ist noch ein 2.Video in Planung, wir sind uns noch nicht endgültig sicher, welchen Songs wir dafür nehmen, aber es sieht momentan sehr nach „Skyline´s End“ aus.
Ihr arbeitet gern mit Karl Groom von Threshold zusammen. Wie denkt ihr grundsätzlich über seine Fähigkeiten als Produzent, aber auch als Mastermind von Threshold?
Karl ist bei uns für den Mix zuständig, den ich mit ihm zusammen meistens in 2 Wochen in England erledige. Er hat einfach ein unglaubliches Wissen und Gehör für Frequenzen. Das ist in usnerem Falle natürlich extrem wichtig, wenn so viele Spuren zusammenkommen. Power und Klarheit beim Mix würde es am besten definieren, was Karl so extrem gut aus den Songs herausarbeiten kann.Zudem ist er mittlerweile ein guter Freund geworden und als Gitarrist natürlich herausragend. Ich denke wir haben einen sehr verwandten Gitarrenstil, besonders was die Soli betrifft. Und dass Threshold zu meinen und Sabines Lieblingsbands zählen brauche ich eh nicht zu erwähnen.
Wie hat sich Dominik bei euch eingelebt und was macht die Suche nach einem neuen Bassisten eigentlich?
Dominik ist ja mittlerweile auch schon fast 3 Jahre in der Band, da er ja schon die komplette „MyEarthDream“ Tour mitgespielt hat. Zum neuen Album hat er ein großartiges akustisches Stück beigesteuert. Was die Suche nach einem Bassisten betrifft, so haben wir bisher noch keinen gefunden, ich hoffe aber, dass es nicht mehr allzu lang dauern wird.
Gibt es besondere Favoriten auf dem Album, die man vielleicht besonders hervorheben sollte?
Für mich haben alle Songs natürlich einen hohen Stellenwert, aber vielleicht stechen „Brothers on Diamir“, „Higher“, „Out of this world“, „Skyline´s End“ und der Titelsong noch mal heraus.
Wie kam es eigentlich zustande, dass ihr diese „Live earth dream“ Platte machen konntet und weshalb ist sie so stark limitiert?
Nun, wir können pro Studioalbum eine Live CD oder Akustik CD oder ähnliches machen, die wir dann nur über unseren Shop in einer limitierten Stückzahl anbieten. Für mich war das mal ein interessantes Experiment, wie viele Exemplare wir auf diesem Weg absetzen können und das war mehr als zufriedenstellend. Eine CD selber herauszubringen ist ja auch mit einem großen Mehraufwand an Zeit verbunden und das wollte ich hiermit mal ausprobieren. Zudem haben wir nach 3 Studioalben wieder ein Livealbum gemacht, wie schon nach den ersten 3 Platten und somit wieder ein Phase abgeschlossen. Es gibt übrigens noch ein paar Exemplare, ganz ausverkauft ist sie also noch nicht.
Zum Schluss bedanke ich mich dann recht herzlich für das Interview und überlasse dir die letzten Worte!
Danke ebenso für das Interview und Danke an all unsere Fans !!!
Lanvall
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